Reisetipps für eine mehrtägige Endurotour created by SENO TECHNOLOGY

11.05.2019 16:39

Wir teilen mit euch, unsere Erfahrungen zu einem mehrtägigen Endurotrip, ggf. im Ausland! SENO TECHNOLOGY testet seine Produkte, gerne auf unbeschwerte Weise und natürlich gesetzeskonform. Planen wir einen Dauerlauftest, begeben wir uns gerne in die ukrainischen Karpaten. Dort erwarten uns himmlische Endurozustände, diverse Bodenbeschaffenheiten, Schwierigkeitsskills und vor allem zuvorkommende gesetzliche Bestimmungen.

Im folgendem stellen wir euch einen Auszug aus möglichen Ausgangssituationen, die euch erwarten können. Des weiteres möchten wir euch mit allgemeinen Tipps und Hinweisen versorgen.

Folgende Ausgangssituationen können euch erwarten:

Ihr seid noch Unterwegs, es ist Nacht, mitten im Wald:

  • Strategische Situationseinschätzung abhängig vom Standort. Z.B. Ihr müsst, um in die Unterkunft zu gelangen, einen Bergrücken queren, zeitlicher Entfernung tagsüber ca. 30 Minuten, 10 Kilometer. Alternativ besteht die Möglichkeit mit einer asphaltieren Straße 70 Kilometern Entfernung und ca. 1,5 h Fahrzeit ans Ziel zu kommen. Wenn Ihr die Bergstrecke nicht kennt, könnt Ihr ggf. im Wald übernachten (siehe unten). Geht auf Nummer sicher und wählt im Zweifelsfall die komfortable Asphaltlösung.
  • Drosselt euer Tempo! Die Ausleuchtung der Enduro ist sehr bescheiden. Waagrecht stehenden Ästen werden schnell mal übersehen und durchbohren euren Körper. Ihr humpelt unkontrolliert über undefinierte Bodenbeschaffenheiten, die das Verletzungsrisiko maximieren sowie einen Defekt an der Maschine verursachen können.
  • Versucht den einfachsten Weg zu einer asphaltierten Straße zu finden, um mit dieser dann zu eurem Ziel zu gelangen.
  • Geschlossene Gruppenfahrt, keine Ausreiser die einen anderen Weg bestreiten. Unfallrisiko steigt um ein vielfaches.

Ihr habt euch im Wald, bei Dämmerung festgefahren, d.h. kurzfristig nicht bergungsfähig und habt Biwak nicht geplant:

  • Sucht euch die nächstgelegene Unterkunft z.B. Hotel/Pension/Dorfunterkunft. Grund: Im Wald könnte es nachts ungemütlich werden. Feuchte und Kälte sind die kleineren Probleme, dahingegen stellen Bären und Wölfe eine größere Gefahr dar.
  • Markiert euch den Standpunkt der Motorräder im Navi.
  • Tarnt ggf. die Motorräder mit Gehölz, Laub. Damit erlebt ihr keine böse Überraschung am nächsten Tag. Könnten ja interessierte Holzfäller mit schwerem Gerät dran vorbeikommen und zufällig die Enduro mitnehmen.
  • Entweder ihr schafft die Bergung am nächsten Tag alleine oder versucht externe Hilfe zu organisieren, z.B. Traktor, Kettenfahrzeug, geländetauglicher LKW oder Manpower aus dem Dorf.

Ihr seid auf dem Bergmassiv, Wetterumschwung, starkes Gewitter sowie Hagel:

  • Falls absehbar und die Zeit es zulässt, schnellstmöglich runter ins Tal.
  • Verhalten bei Gewitter: 1. Weg von exponierten Stellen und wasserführenden Bereichen 2. Rasches Entfernen von den Motorrädern 3. Metallene Ausrüstungsgegenstände entfernt ablegen 4. Hinkauern oder auf kleinflächig isolierende Ausrüstung kauern

Kraftstoff ausgegangen:

  • Empfehlung: Tankt in relativ kurzen Abständen. Vorteil: schlechte Spritqualität kann sich mit besserer vermischen.
  • Erkundschaftet im Vorfeld (Google, Kartenmaterial) alle Tankstellen und markiert diese im Navi.
  • Tank leer in der Pampa. Mehrere Fahrer: 1. Jeder einzelne kann dem Bedürftigen mit ein wenig Sprit aushelfen 2. Einer/Zwei fahren los und holen Kraftstoff von der nächsten Tankstelle/Möglichkeit.Alleinfahrer: Das nächstgelegen Dorf aufsuchen und nach Sprit fragen. Meistens kann man in Hinterhöfen abgefüllten Sprit in Getränkeflaschen erwerben.

Motorrad defekt (zusätzlicher eigenständiger Blog):

  • Schließt Risiken aus und nehmt potenziell ausfallende Komponenten mit. Z.B. Kupplung, Kühler, Lenker, Hebelarmaturen, Schwinge, Rädersatz, …
  • Verschleißteile einpacken! Reifensatz, Schläuche, Bremsbeläge, Öle, Bremsflüssigkeit, siehe auch Packliste für eine Hardenduro-Etappentour created by SENO TECHNOLOGY/ SENO-OFFROAD
  • Rahmenbrüche können, falls der Rahmen aus Stahl ist, fast in jedem Dorf geschweißt werden. Einen Aluminiumschweißer zu finden, stellt sich dagegen meistens ein wenig problematischer dar.
  • Vertraut nicht jedem Mechaniker blind! Uns wurden schon mal konische Wälzlager verkehrt herum eingebaut. Steht die ganze Zeit dabei und schaut dem Mechaniker auf die Finger.
  • Wir werden einen gesonderten Blog zu Behelfsreparaturen erstellen

Medizinische Notfälle:

  • Empfehlung: Informationen über medizinische Grundversorgung im jeweiligen Land einholen.
  • In diversen Drittländern sowie neuer EU-Beitrittsländern ist die medizinische Versorgung mangelhaft. Ggf. solltet ihr in Erwägung ziehen, bei einem Unfall das Land zu verlassen.
  • Empfehlung: In einigen Fällen ist es vorteilhafter auf euren Instinkt und Versand zu hören und selbst zu Handeln. Z.B. Hygienische Zustände im Krankenhauses, laufen Katzen im Krankenhaus spazieren (ist uns schon passiert), ist der Boden verdreckt, Benutzt das Personal Handschuhe? Vielleicht wäre es in solchen Fällen empfehlenswerter das Krankenhaus zu wechseln oder sogar das Land. Keiner möchte zu einem kleinen Knochenbruch eine böse Infektion gratis dazuhaben.

Weitere Hinweise und Tipps:

Tourplanung (eigenständiger Blog)

  • Erkundigt euch im Vorfeld über landesspezifische Gegebenheiten sowie Sicherheitshinweise. Die Seite vom Auswärtigen Amt stell eine gute Basis dar https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/reise-und-sicherheitshinweise
  • Plant die Tour sorgfältig! Karten studieren, Satellitenbilder auswerten, Tourenpfad anlegen mit Alternativen. Mögliche Unterkünfte, Tankstellen, medizinische Versorgungen, etc. auf der Karte markieren. Die Thematik behandeln wir ausführlich in einem gesonderten Blog.
  • Motorrad checken! Verschleißteile im Vorfeld austauschen, ihr wollt nicht vier Tage lang nach neuen Radlagern suchen. Wir stellen einen extra Beitrag dazu ein.
  • Fahrequipment zusammenstellen, siehe auch Packliste für eine Hardenduro-Etappentour created by SENO TECHNOLOGY/ SENO-OFFROAD
  • Zustand vom Fahrequipment prüfen! Taugen die Stief noch für die Tour? Fehlerhafte Sachen im Vorfeld erneuert. Vorort ist es meistens problematisch.
  • Seid ihr Fit? Was macht die Kondition? Müsst ihr muskulär Vorsorgen? Habt ihr eine Vorerkrankung die noch nicht auskuriert ist? Schätzt ggf. rechtzeitig ab ob ihr die Tour gesundheitlich bestreiten könnt.
  • Sind die Transportfahrzeug (PKW/Anhänger/Transporter/Bus) in einem fahrtüchtigen Zustand? Der Zielort könnte schon mal ein paar Tausend Kilometer entfernt sein. Wechselt lieber die knackende Antriebswelle vorzeitig und erspart euch somit eine Menge Stress am Zielort oder sogar schon auf dem Hin- oder Rückweg.
  • Alle Dokumente vorhanden? Reicht der Personalausweis oder muss der Reisepass vorgezeigt werden? Fahrzeugschein (Motorrad, ggf. Transportfahrzeug), ggf. grüne Versicherungskarte einpacken, siehe auch Packliste für eine Hardenduro-Etappentour created by SENO TECHNOLOGY/ SENO-OFFROAD

Erste Hilfe

  • Nehmt ein Ersthilfeset mit! Die gibt es speziell für Motorradfahrer in kompakten Abmessungen.
  • Ergänzt die Verbandstasche mit einem Desinfektionsmittel, z.B. Betaisodona, damit könnt ihr offene Wunde schnell versorgen.

Navigation

  • Navigerät und Smartphone trennen! Smartphone soll Akkuschonen betrieben werden, bei einem Notfall solltet ihr noch telefonieren können. Des Weiteren verstaut das Smartphone sicher in eurem Rucksack/Gürteltasche, d.h. Wasserdicht und Sturzsicher.
  • Falls das Navigationsgerät ausfallen sollte, könnt ihr das Smartphone zur Navigation weiter nutzen.
  • Empfehlung zum Navigationsgerät: Batteriebetrieben AA oder AAA. Ist der herstellerspezifische Akku erstmal leer, müsst ihr ggf. ohne Navigerät weiterfahren. Den Batterietyp AA bzw. AAA gib es an jeder Tankstelle/Supermarkt/Dorf.
  • Als Backup sowie zur Übersicht empfehlen wir die Mitnahme von gefalteten Landkarten aus Papier/Kunststoff.

Musikhören während der Fahrt

  • Smartphone und Musikplayer trennen! Siehe Punkt Navigation.
  • Benutzt ggf. einen simplen Musikplayer mit AA- bzw. AAA-Batterien. Vorteilhaft ist der schnelle Energieaustausch, die Batterien gibt es an jeder Tankstelle.

Boardwerkzeug

  • Meistens ist das mitgelieferte Boardwerkzeug, entweder qualitativ minderwertig oder ungenügend. Tauscht alle unbefriedigende Werkzeuge gegen wertige aus und ergänzt ggf. das Werkzeug. Wir nehmen gerne noch eine 180er Knipex Cobra Wasserpumpenzange mit. Bei kleineren Reparaturen müsst ihr euch auf das Werkzeug verlassen können!

Pfefferspray/K.O.- Gas

  • Nützlicher Helfer beim Einsatz gegen Wildtiere, wie z.B. Bären, Wölfen, Hunden aber auch gegen alkoholisierte Menschen von Vorteil. Bei Zwischenfällen benutzt lieber Pfefferspray als eure Hände und Beine, somit minimiert ihr euer Verletzungsrisiko und ggf. das eures Angreifers.

Batterien

  • Nehmt immer Reservebatterien mit! Meisten geht der Akku oder die Batterie mitten im Wald in die Knie und am besten noch nachts. Ersatzbatterien sichern euch die Weiterfahrt mit dem Navi oder eine Bergung/Reparatur nachts mit der Stirnlampe. Ihr können aber auch wieder Musikhören.

Motorradsicherung

  • Empfehlung: Leichtes Bremsscheibenschloss + neonfarbenes Spiralkabel (Befestigung am Lenker). Das Spiralkabel hat zwei Vorteile: 1. Ihr vergesst nicht das Bremsschloss aufzuschließen 2. Erweiterte Signalwirkung an einen potenziellen Dieb.
  • Kurzfristig Abstellen: höchsten Gang einlegen -> erschwer, unbefugten das schnelle Entfernen der Enduro.
  • Falls kein Zündschloss vorhanden. Kippschalter für Dauernotaus einbauen und aktivieren, somit kann die Maschine nicht gestartet werden.

Risikoreduzierte Fahrweise

  • Siehe medizinische Notfälle.
  • Empfehlung: Riskiert keine Verletzung durch Überschätzung der eigenen Fähigkeiten. Bleibt unter eurer Grenze! Empfehlenswert bewegt ihr euch unter 80% vom maximalen Fahrvermögen, damit hab ihr noch 20% Reserve.
  • Vermeidet schwere Stürze in dem ihr euer Tempo reduziert und erkundschaftet das Fahrgelände mit mäßiger Geschwindigkeit.

Ideale Gruppengröße

  • Unsere Empfehlung 3-5 Personen pro Gruppe. Diese Gruppengröße erweist sich als sehr effektiv. Ausschlaggebend ist zum einen die Gruppendynamik sowie ggf. eine Hilfeleistung. Gruppendynamik: Je größer die Gruppe, desto mehr potenzielle Ausfälle. Z.B. Fahrer fahren sich fest, Stürze, Notfälle, Motorraddefekte, dabei muss die komplette Gruppe warten und wird über die Zeit demotivierter. Hilfeleistung: Bei einem Notfall, z.B. schwerer Sturz oder Motorschaden kann die Gruppe bedenkenlos und sicher getrennt werden. Ein Fahrer bleibt beim Verletzten, zwei Fahrer holen Hilfe. Warum zwei? Falls einer während der Hilfsfahrt selbst einen Schaden erleidet, ist der durch den zweiten Fahrer abgesichert.

Alleinfahrer (eigenständiger Blog)

  • Dringen Abzuraten! Wegen der fehlenden Hilfeleistung ist das Risiko extrem hoch.
  • Als Alleinfahrer bist du auf dicht selbst gestellt! D.h. größere Vorarbeit ist notwendig. Die Thematik Alleinfahrer werden wir in einem gesonderten Beitrag veröffentlichen.

Dokumente/Pass/Ausweis/Fahrzeugschein/grüne Versicherungskarte

  • Verstaut alle relevanten Dokumente in einem stabilen und wasserresistenten Case.
  • Scannt alle Dokument ein und stellt sie in euren Internetaccount/Cloud/E-Mailaccount ein. Bei Verlust habt ihr ein schnelles Backup.

Wir wünschen euch viel Spaß bei eurer Tour, euer SENO TECHNOLOGY-Team.


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